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Tekst 1.
DER TEUFEL TRÄGT DESIGNERKLAMOTTEN
Jch war ein ahnungsloser Engel, als ich zum ersten Vorstellungsgespräch meines Lebens antrat. Ich bewarb mich bei einem der bedeutendsten Modedesigner. Ich wusste nicht, was mich erwartete. Ich hatte keine Ahnung, dass die perfekt geschminkten und elegant gekleideten Models manchen Menschen schlaflose Nächte bereiteten. Ich hatte noch nie Frauen mit derart blondem Haar gesehen und wäre nie auf die Idee gekommen, dass allein die Strähnchen vom Starfriseur 6000 Dollar im Jahr kosteten. Taschen und Schuhe, die ich noch niemals zuvor gesehen hatte, verkündeten stolz, von welchen Designern sie waren.
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Die ersten 23 Jahre meines Lebens war ich eine eher naive Provinzpflanze gewesen, aufgewachsen in einer idyllischen Kleinstadt. Kindheit und Jugend verliefen nach dem üblichen Klischee: High-School-Sport, Jugendgruppe, Partys bei Freunden. In der Schule trugen wir Jogginghosen, am Samstagabend zogen wir unsere Jeans an und gingen zu Tanzpartys. Und dann aufs College! Das war eine neue, aufregende Welt. Dort wurde für jeden etwas geboten, ganz gleich ob Künstler, Aussteiger oder Computerfreak. Auf dem College standen mir alle Möglichkeiten offen. Ich hatte die Qual der Wahl, welchen intellektuellen oder kreativen Interessen ich mich widmen, welches exotische Studienfach ich studieren wollte. Nur ein Fach war im Vorlesungsverzeichnis nicht vertreten: Modedesign.
Die vier Jahre, in denen ich am College Seminare über die französischen Impressionisten besuchte und lange Hausarbeiten zur englischen Literatur schrieb, bereiteten mich in keiner Weise auf meine erste "richtige" Arbeitsstelle vor. Als ich in den Aufzug stieg, wusste ich, dass sich mein Leben völlig verändern würde, aber ob es eine Veränderung zum Besseren würde, das wusste ich nicht. Eine blaue Bluse, ein ordentlicher Pferdeschwanz und ein Paar alte Halbschuhe komplettierten mein Outfit. Toll war es nicht, eher das Gegenteil, aber es würde reichen müssen. Die werden die Entscheidung über meine Einstellung ja wohl nicht von meinen Klamotten abhängig machen, dachte ich mir. Ich ahnungsloser Engel!
6.1. Was ist das Hauptthema des zweiten Textabsatzes?
A. Der erfolgreiche Collegeabschluss im Fach Modedesign.
B. Das unbekümmerte Schüler- und Studentenleben.
C. Die bunten Modetrends unter Jugendlichen.
D. Die ersten Schritte in der Modebranche.
6.2. Mit welchen Gedanken ging die Autorin zum Vorstellungsgespräch?
A. Sie glaubte, ausreichend Berufserfahrung zu haben.
B. Sie erwartete keine größeren Veränderungen in ihrem Leben.
C. Sie hoffte, dass ihre Kleidung für die Einstellung nicht entscheidend wäre.
D. Sie meinte, dass die bisherige Ausbildung sie auf die Stelle vorbereitet hatte.
Tekst 2.
OMI, KANN ICH DEINE BLUSE HABEN?
Die Geschäftsidee kam Mona Schütt am 70. Geburtstag ihrer Oma. Wie trendy Oma Inge aussah! Topmodisch gekleidet saß sie am Kaffeetisch: um den Hals ein Tuch in modernen Farben mit Pünktchen, dazu ein passendes Strickjäckchen. Nach solchen einmaligen Kleidungsstücken suchen Frauen in Klamottenläden.
Damals war Mona Schütt noch beim Landeskriminalamt fest angestellt. Der Arbeitsplatz war sicher, die Kollegen nett, aber sie geriet in Panik, wenn sie sich vorstellte, hier bis zur Rente zu sitzen. Im Urlaub, wenn sie Abstand zur Arbeit fand, dachte sie immer wieder daran, sich beruflich selbstständig zu machen. Mona Schütt las Ratgeberbücher für Gründer, schrieb einen Businessplan, kalkulierte – und kündigte ihren Job, um mit ihrem Onlineshop "Oma Klara" anzufangen. Jetzt verkauft sie Kleider, die irgendwann mal hip waren und nun wieder in sind. "Liebe Seniorinnen, liebe Omis", stand auf den ersten Flyern, die sie verteilte. Sie fragte nach Schätzen in den Kleiderschränken. Niemand meldete sich. Erst als sie den Text änderte und schrieb, sie wolle den Kleiderschatz der vorigen Generationen an die folgenden Generationen weitergeben, war die Resonanz überwältigend. Die Omis hatten befürchtet, dass ihre Erinnerungsstücke im Kleidersack landen würden. Die Idee, ihre Sachen an Jüngere weiterzugeben, die sie gerne anziehen würden, gefiel ihnen.
Mittlerweile ist Mona Schütt in vielen Seniorenheimen und Seniorinnenzirkeln bekannt und lässt sich die Geschichten der Kleider erzählen. Die älteren Damen haben manche Kleider selbst genäht, andere Stücke erinnern an das erste Treffen mit dem Ehemann oder ein anderes besonders schönes Ereignis in ihrem Leben. Zu Hause fotografiert sie die Kleider. Eine Freundin spielt Model und posiert mit Strickjacke, Faltenrock oder Ledertasche im Wohnzimmer, in der Küche oder auf dem Balkon der Altbauwohnung, die gleichzeitig ihr Büro ist.
Schütt hat große Pläne: ein Lager mieten, Mitarbeiter einstellen, deutschlandweit auf Kleidersuche gehen, sich als Marke etablieren. Inzwischen hat Schütt die Kleider von 15 Omis im Angebot. Sie bekommen 20 Prozent vom Verkaufspreis. Die meisten Seniorinnen wollen zunächst kein Geld annehmen. Aber dann freuen sie sich, dass sie für das Geld etwas "richtig Neues" oder etwas "wirklich Modernes" kaufen können. Auf den Besuch von Mona Schütt bereiten sich viele Damen intensiv vor, sie wollen mit ihr über Mode, Stil, Persönlichkeit und Lebensweisheiten plaudern. Bei diesen Besuchen schreibt Schütt die Geschichten zu den Kleidern auf. Wer bei ihr etwas kauft, soll wissen, wem es gehört hat.
6.3. Mona Schütt gründete ihre eigene Firma,
A. weil sie für ältere Menschen karitativ arbeiten wollte.
B. weil sie Probleme mit einem Kollegen hatte.
C. weil sie ihre bisherige Arbeit nicht fortsetzen wollte.
D. weil sie in der Modebranche berühmt werden wollte.
6.4. Die Seniorinnen geben Frau Schütt ihre Kleidung. Warum?
A. Sie brauchen Geld für ihren Unterhalt.
B. Sie wollen, dass ihre Kleidung weiter getragen wird.
C. Mit jedem Kleidungsstück sind traurige Erinnerungen verbunden.
D. Für ihre alten Kleidungsstücke bekommen sie von Frau Schütt neue.
6.5. Wovon handelt der Text?
A. Von der Realisierung einer Geschäftsidee.
B. Von Vorurteilen gegen alte Menschen.
C. Von der Bedeutung einer festen Arbeitsstelle.
D. Von den finanziellen Problemen bei der Gründung einer Firma.
6.1. B
6.2. C
6.3. C
6.4. B
6.5. A
poprawna odpowiedź.
Ocena według schematu punktowania CKE, zwykle w 15–30 s
Dowiedz się, ile punktów naprawdę zdobywasz. Zrób zdjęcie kartki albo wklej odpowiedź: Maturownik+ porówna ją ze schematem punktowania, policzy punkty i wytłumaczy, gdzie i dlaczego je tracisz.