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Tekst 1.
ERNA
Es war im Jahr 1920, als meine Großmutter Erna auf der Insel Rügen über den Kartoffelpflanzen stand und Kartoffeln aus der Erde holte. Sie strich sich das schwarze Haar unters Kopftuch, sammelte die herumliegenden Kartoffeln in einen Korb und starrte zwischendurch in die Ferne. Ihr Blick wanderte über das Feld in Richtung Horizont. Ein leichter Nebel hing über der Erde. Hin und wieder kaute sie an einem Schmalzbrot. Trotzdem drehte sie sich zur Seite, weil ihr der Magen vor Hunger schmerzte. Der Nordwind wehte über das Feld und brachte sie auf den Gedanken an die schreckliche Kälte und den Schnee, die bald wiederkommen sollten. Aber am nächsten Tag sollte sie sich schon auf die Reise in die Schweiz begeben. Man schickte sie zu einem Bekannten, wo sie eine Unterkunft bekam und eine Stelle antreten konnte. Zu Hause gab es viele Kinder und nicht genug Essen.
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Am nächsten Morgen sah man sie auf dem Pferdewagen sitzen, ihr Vater trieb die Pferde an. Sie hatte gerötete, verweinte Augen, das Gesicht war schmal und müde. Im Gegensatz dazu fiel ihre saubere Kleidung auf. Man hätte denken können, dass Vater und Tochter einen sonntäglichen Ausflug unternahmen. Aber es war Mittwoch. Und die Luft wasserklar: ein goldener Herbstnebel lag über den Feldern. Es würde noch einmal kurz warm werden an diesem Tag. Sie kannte jeden Baum und hatte ihre Füße in jeden Bach gesetzt, an dem sie vorbeifuhren. In der Ferne verschwand das Schulhaus, das sie in den letzten drei Jahren noch besuchen durfte. Das Dorf, in dem sie aufgewachsen war, wurde immer kleiner, bis nur noch der schmale Kirchturm zu sehen war. Das Land würde sie nie mehr wiedersehen.
Später an diesem Oktobermorgen saß sie am Fenster des Zuges und blickte hinaus, als ob sie etwas suchen würde. Sie presste die Schuhschachtel, in der ihre persönlichen Sachen waren, fest an sich. In ihrer Jacke hatte sie etwas Geld und die Fahrkarte nach Basel. Sie fuhr einen Tag und eine Nacht, bis sie an die Grenze gelangte, wo sie in einen anderen Zug stieg.
In der Schweiz wurde meine Großmutter, die von Kindheit an das Hungern gelernt hatte, Köchin. Ich kann mir bis heute nicht erklären, wer ihr das Kochen beigebracht hatte. Wohl ihre Mutter in den besseren Tagen auf der Insel Rügen. Jahrzehnte später, als ich, ihr Enkel, zu Tisch saß, konnte sie immer noch fantastisch kochen. Sie wäre auch in einem feinen Restaurant eine gute Köchin gewesen. Aber niemand wollte sie einstellen, denn sie war, als Frau und Ausländerin, nicht gefragt.
nach: Martin R. Dean "Der Guayanaknoten"
6.1. Während Erna Kartoffeln auf dem Feld sammelte,
A. hatte sie gar nichts zu essen.
B. machte sie sich um ihre Kinder Sorgen.
C. dachte sie an den heranziehenden Winter.
D. erinnerte sie sich an ihre schweizerischen Verwandten.
6.2. Wovon handelt der zweite Abschnitt?
A. Von der Landschaft auf der Insel Rügen.
B. Von einem Sonntagsausflug mit dem Pferdewagen.
C. Von Ernas Abschied von der vertrauten Umgebung.
D. Von der kühlen Beziehung zwischen Vater und Tochter.
6.3. Ernas Enkel überlegt,
A. wo seine Großmutter das Kochen gelernt hat.
B. warum Frauen nicht in Restaurants eingestellt wurden.
C. was mit der Schuhschachtel seiner Großmutter passiert ist.
D. wie seine Großmutter die Stelle im Restaurant bekommen hat.
Tekst 2.
AUF UND DAVON
Eine traditionelle Art des Reisens gewinnt in unserer Gegenwart wieder an Bedeutung: das Reisen mit dem Zug. Nicht die gewöhnliche Fortbewegung mit der Eisenbahn von einem Ort zum anderen haben wir dabei im Sinn, sondern das außergewöhnliche Erlebnis, mit allem Komfort auf Schienen ein Land oder gar einen Kontinent zu erkunden. Wir veranstalten für Sie ganz besondere Reisen, die unvergessliche Reiseerlebnisse auf dem Schienenweg garantieren. Dabei können Sie die langsame Fahrt und die schönen Landschaften genießen.
Denn: Wenn Sie mit unseren Zügen fahren, können Sie wirklich spüren, was die Weite einer Landschaft bedeutet, und selbst erfahren, wie sich Gebirgszüge, Ebenen und Flusstäler abwechseln. Unsere außergewöhnlichen Themenreisen haben eines gemeinsam: komfortable Ausstattung der Züge, exzellente Küche für Feinschmecker, fachgerechte Reisebetreuung und interessante Ausflüge.
Nach wie vor üben die klassischen Routen eine magische Anziehungskraft aus. So zum Beispiel können Sie im orientalisch ausgestatteten Sonderzug von Istanbul nach Isfahan reisen und herrliche Landschaften sowie wunderschöne kulturhistorische Orte auf Ihrem Weg entdecken.
Oder machen Sie einen Traum wahr und fahren Sie mit der Transsibirischen Eisenbahn von Peking nach Moskau – Luxus und Abenteuer gehören durchaus zusammen. Die Ausflüge bringen Sie zu klassischen Sehenswürdigkeiten und an unentdeckte Orte.
Die Landschaften und die historischen Stätten Spaniens genießen Sie auf einer Fahrt mit dem geschmackvoll eingerichteten Sonderzug "Al Andalús". Hier, im stilgerecht ausgestatteten Salonwagen, lässt sich die Kultur Spaniens am besten erleben.
Wenn Sie Zugfahren und Naturerlebnis verbinden möchten, ist eine Fahrt im südlichen Afrika ein spannendes Angebot: Der Sonderzug "African Explorer" führt Kleinbusse mit, mit denen die Reisenden Ausflüge zur Tierbeobachtung unternehmen.
Eisenbahnliebhaber halten die Schweizer Zugstrecken für Meilensteine in der Geschichte der Ingenieurkunst. Wer einmal mit dem "Bernina Express" durch die Schweizer Alpen mit ihren langen Tunneln und hohen Talbrücken gefahren ist, weiß, was die visionäre Leistung der Ingenieure ausmacht. Atemberaubende Ausblicke auf schneebedeckte Berglandschaften, Gletscher und Alpenseen machen das Reiseerlebnis perfekt.
nach: www.zeitreisen.zeit.de
6.4. Was wird für die Zugreisen nicht versprochen?
A. Interessante Reiseziele.
B. Eine ausgezeichnete Küche.
C. Bequeme Reisebedingungen.
D. Eine hohe Reisegeschwindigkeit.
6.5. Welches Ziel verfolgt der Autor mit seinem Text?
A. Er will die Geschichte der Eisenbahn beschreiben.
B. Er will Touristen bestimmte Eisenbahn-Routen empfehlen.
C. Er will für die Eisenbahn als das billigste Verkehrsmittel werben.
D. Er will Touristen zu einem Skiurlaub in den Schweizer Alpen ermutigen.
6.1. C
6.2. C
6.3. A
6.4. D
6.5. B
poprawna odpowiedź.
Ocena według schematu punktowania CKE, zwykle w 15–30 s
Dowiedz się, ile punktów naprawdę zdobywasz. Zrób zdjęcie kartki albo wklej odpowiedź: Maturownik+ porówna ją ze schematem punktowania, policzy punkty i wytłumaczy, gdzie i dlaczego je tracisz.